BERGSTRASSE (red). Der Verein MetropolSolar hat den drei Kandidaten zur Landratswahl am 7. Juni im Vorfeld energiepolitische Wahlprüfsteine zukommen lassen. Sowohl Katrin Hechler (SPD) als auch Matthias Wilkes (CDU) und Jochen Ruoff (Grüne) haben den acht Punkte umfassenden Fragebogen beantwortet. MetropolSolar setzt sich für eine vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien und die Abkehr von fossilen und atomaren Energieträgern ein. Der Verein freut sich über politische Mandatsträger und Kandidaten, die sich glaubwürdig für diese Ziele einsetzen. Parteipolitisch ist MetropolSolar strikt neutral.
Quelle: http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3774420
Alle drei Kandidaten befürworten das Ziel eines Umstiegs auf 100 Prozent erneuerbare Energien. Während Hechler und Ruoff hierzu auf alle erneuerbaren Energieträger setzen, will Wilkes lediglich Solarenergie, Biomasse und Erdwärme ausbauen. Die Ablehnung der Windenergie begründet Wilkes mit der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Lärm und Schattenwurf. Windkraftanlagen in der hiesigen Region verursachten Schaden für Menschen wie Tiere.
Hechler hingegen plädiert für eine Ausweisung von Windkraft-Vorrangflächen im Regionalplan. Andernfalls bestehe das Risiko, dass über Gerichtsentscheidungen überall im Kreis Windkraftanlagen ermöglicht werden. Zudem erhofft sie sich durch Windkraftanlagen umfangreiche Investitionen im Kreis. Auch Ruoff plädiert für Vorrangflächen an Stellen, wo es naturschutzrechtlich akzeptabel ist, und sieht Planungssicherheit ebenfalls nur dann gewährleistet, wenn der Kreis nicht zur „windkraftfreien Zone“ erklärt wird. Während Ruoff und Hechler sowohl eine Laufzeitverlängerung für das AKW Biblis als auch neue Atomkraftwerke strikt ablehnen, schreibt Wilkes, er sehe für einen dritten Block in Biblis keinen Bedarf. Er befürworte allerdings eine Laufzeitverlängerung für das Bibliser Atomkraftwerk.
Unterschiedliche Antworten geben die Kandidaten auch auf die Frage, ob der Kreis ein umfassendes Energiekonzept zur Erschließung der regionalen Energiepotenziale benötigt. Hechler bejaht dies, ein entsprechender Antrag der SPD sei im Kreistag aber abgelehnt worden. Ruoff fordert einen „Plan für den Umstieg auf regenerative Energie“, der konkrete Schritte benennt und alle fünf Jahre fortgeschrieben wird. Wilkes wiederum verweist auf den existierenden Energiebericht des Kreises, der sich allerdings nur mit den kreiseigenen Gebäuden befasst.
Die Strukturen der Energieberatung im Kreis erachtet Wilkes grundsätzlich als ausreichend. Die Kommunen hätten bisher auch keinen größeren Unterstützungsbedarf angemeldet. Ruoff fordert eine stärkere Beteiligung der Städte und Gemeinden. Zudem sei die Einrichtung einer regionalen Energieagentur sinnvoll, die durch Beratung und Prozesssteuerung viel zur Energiewende beitragen könnte. Hechler hingegen befürwortet eine Verstärkung des Solar- und Energieberatungszentrums und schlägt zusätzlich ein Solarmobil mit mobiler Beratung vor.
Gemeinsamkeiten zwischen den Kandidaten gibt es bei der Ablehnung von neuen Kohlekraftwerken in der Region sowie der klima- und naturverträglichen Nutzung von Biomasse. Die vollständigen Antworten der Kandidaten können auf www.metropolsolar.de unter der Überschrift „100 Prozent Erneuerbare? Sie haben die Wahl!“ abgerufen werden.
Juni 15, 2009 at 11:15
Die Verlängerung der Laufzeiten, wie sie Wilkes fordert ist nicht nötig. Die angebliche Stromlücke ist ein Mythos: http://eltobi.wordpress.com/2009/06/15/stromlucken-sichere-endlager-und-andere-lugen/